Weltamateurfunktag und: Was ist dieses Amateurfunk?

Gestern war Weltamateurfunktag.

Mit diesem Tag möchte die International Amateur Radio Union (IARU) an ihre Gründung am 18. April 1925 erinnern.

Aus diesem Anlass hat der OV Werl (O49) des Deutschen Amateur Radio Clubs eingeladen, sich mal anzuschauen, was Amateurfunk ist. Es gab Essen und Getränke und es wurden viele Fragen gestellt und sogar ein wenig mit dem Rufzeichen DN4IA gesendet.

Es waren etwa 5-10 Interessierte Leute da, genau weiß ich es nicht. Ich habe knapp eine Stunde mit einem SWL Funkbetrieb gemacht. Er lernt gerade für seine Prüfung und er gehört noch zur Altersklasse der Jugendlichen. Ansonsten war noch ein Student da und einige wollten sich dieses außergewöhnliche Hobby anschauen.

Nebenbei habe ich dann am Funkgerät unter dem Clubstations-Rufzeichen DK0YA noch eine Station in Kasachstan, Sri Lanka, sowie einige deutsche Stationen gesprochen.

Mehr dazu:

DARC e.V. http://www.darc.de/home/details/article/am-18-april-ist-weltamateurfunktag-2/

IARU http://www.iaru.org/world-amateur-radio-day.html

Als Beisitzer bei einer Amateurfunkprüfung

Heute war ich Beisitzer bei einer Amateurfunkprüfung. Das wurde ich dadurch, dass ich auf der HamRadio einfach mal am Stand der Bundesnetzagentur gefragt habe. 🙂

Hier möchte ich einmal den Ablauf einer Amateurfunkprüfung schildern. Dies kann natürlich nur aus der Sicht des Beisitzers geschehen.

Etwa eine Stunde vor Prüfungsbeginn war ich schon bei der Bundesnetzagentur Außenstelle Dortmund und habe den gut ausgeschilderten Raum schnell gefunden. Zuerst wurde mein Ausweis kontrolliert und mein Name wurde nicht auf der Liste gefunden. Ich wieß daraufhin, dass ich als Beisitzer da bin. Daraufhin habe ich mir den Raum angeguckt, der kurze Zeit später zum Ort des Geschehens werden sollte.

Prüfungsraum in der BNetzA Außenstelle Dortmund
Der Prüfungsraum in Dortmund

Hier lagen bereits die Prüfungsfragen auf den Tischen, zusammen mit Formelsammlungen und dem Blatt, auf dem die Antworten angekreuzt werden. Die ankommenden Prüfungsteilnehmer bekamen Kuchen und Kaffee, welcher netterweise von den Beamten der Bundesnetzagentur ausgegeben wurde. Langsam sammelten sich die Teilnehmer, dann ging es los. Die Teilnehmer wurden in den Prüfungsraum geführt. An den Tischen klebten seitlich Schilder, damit der Platz schnell gefunden ist. Zusätzlich gab es Namensschilder auf den Tischen. Ich saß vorne auf dem Platz des Beisitzer. Der Vorsitzende des Prüfungsauschusses erläuterte kurz die Pflichten der Funkamateure und das man natürlich nicht abgucken darf. Dann wurde es die nächsten Stunden sehr still im Raum.

Die Prüfungsbögen
Die Prüfungsbögen

Nach und nach kamen schließlich die ersten Teilnehmer nach vorne und tauschten ihren Prüfungsteil gegen den nächsten. Da fing dann schon die Korrektur an. Als schließlich alle fertig waren und ihre Prüfungen abgegeben hatten, wurde noch der Rest kontrolliert und die ganzen Formulare ausgefüllt. Nach drei abgefertigten Teilnehmern wurde das Ergebnis verkündet und weiter korrigiert. Die Rufzeichen konnten sofort beantragt werden. Am Ende musste noch die Prüfungsniederschrift unterschrieben werden und dann musste ich noch Fragen über den DARC beantworten. Es gab etwa 20 neue Funkamateure, was mich sehr gefreut hat.

 

Solltet ihr weitere Fragen haben: Immer her damit. 🙂

Das war die Ham Radio 2015

Die Ham Radio ist vorbei und ich bin auf dem Heimweg. Auch dieses Jahr war die größte Amateurfunkmesse Europas wieder den Besuch wert.

Am Freitag hat DF9VI beim Treffen der AJW-Referenten und Interessierter von der Jugendarbeit in seinem OV erzählt. Ich bin immer noch davon beindruckt, dass die Hälfte der OV-Mitglieder Jugendliche sind. Zur OV-Webseite

Vorgestellt wurde auch der DV4mini, welcher ein kleiner D-Star/DMR Hotspot im USB-Stick-Format ist und C4FM-Fusion in Vorbereitung hat. Der Stick kostet 99,95.- und ist bei HELITRON erhältlich

Beim IARU International Youth Meeting gab es verschiedene Vorträge. So von 9A1RBZ von Jugendarbeit in Kroatien an der Station 9A9A berichtet. Kay, DO7KAY hat die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Amateurfunk Communitys berichtet und damit eine Diskussion über die Landestypischen Unterschiede und Kosten der Amateurfunklizenzen und Prüfungen angestoßen. Danke Kay!

Die Firma Hytera möchte in Zukunft etwas für Amateurfunk machen, genaueres ist noch nicht bekannt.

Besonders toll ist, dass der ÖVSV, der Österreichische Versuchsender Verband, sich dafür einsetzt Amateurfunkgeräte zeitgemäßer zu machen und auch mal endlich Touchscreens und Funktionen wie in Smartphones zu verbauen.

 

(Ich werde noch mehr hinzufügen, wenn mir was einfällt. Lasst Kommentare da, was ihr spannend fandet.)

Amateurfunkgeräte – Design aus einer anderen Zeit

In Zeiten von quelloffenen und touchbedienbaren Geräten haben Amteurfunk-Geräte immer noch monochrome Anzeigen und (meist) keinen Touchscreen. Und auch sonst wirken die Geräte ein wenig altmodisch, selbst als Neuware.

Der ÖVSV dazu auf seiner Internetseite:

QSP_Titelbild62010

Wir senden Satelliten, welche von Amateuren und Industrie gemeinsam gebaut und in Umlaufbahnen um die Erde entsandt werden, aber am „Boden“ funken wir mit Geräten, welche den Qualitätsbegriff „Stand der Technik“ bei weitem nicht mehr verdienen.

Fünf Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Bildes von der Vision eines Funkgerätes mit TouchScreen am Titelbild der QSP sind wir der festen Meinung, dass die Hersteller von Amateurfunk-Geräten auf diesen Trend dringend aufspringen sollten, denn der Amateurfunk ist ein „ Technisch Experimenteller Funkdienst“!  Es ist erniedrigend, dass uns die Industrie zwar Geräte mit GPS und APRS-Funktion, aber mit nur 3-zeiligen monochromen, alphanumerischen Displays ohne Kartenfunktion und mit geschlossener Firmware anbieten!

Funkamateure haben sich bereits Gedanken über die Funktionen und Schnittstellen von Amateurfunkgeräten der nächsten Generation gemacht. Wir sollten aber noch weitere „Wünsche“ für das Thema: „NEXT GENERATION –NEW RADIO“ im Amateurfunk sammeln und diese gemeinsam in einer Petition an die Geräte-Hersteller darstellen.(…)

Der Artikel ist hier zu finden: http://www.oevsv.at/modules/news/20150428_initiative_new_radio?uri=/index.html

 

Mitlerweile nicht mehr allzu schwer zu realisieren, wäre ein Android-Gerät mit diesen Features:

  • SDR
    • Folglich verschiedene Bänder und Betriebsarten:
      • 2m/70cm/23cm/13cm o.ä.
      • FM, DMR, APRS, usw.
  • Quelloffene Firmware (am besten Android) für die jeder seine Amateurfunkanwedung schreiben kann

Was man damit machen könnte:

  • APRS-Nachrichten und Standortdaten per App direkt über Funk verschicken
  • Funkrufe empfangen
  • Alles was einem sonst so einfällt. 😀
  • Eventuell als Kombination mit einem Mobiltelefon zum telefonieren.

 

Ich bin mir sicher, dass so ein Gerät viele (und vorallem jüngere) Funkamateure begeistern würde.

 

P.S.: More ideas coming soon.

 

HAM RADIO 2015

Bald ist es wieder soweit!

Auch im Jahre 2015 findet in Friedrichshafen wieder die HAM RADIO statt. Die HAM RADIO ist Europas größte Amateurfunkmesse und wohl jeder Funkamateur oder Kurzwellenhöher kennt sie. Dieses Jahr findet die HAM RADIO wieder vom 26. bis 28. Juni unter dem Motto „Raumstationen, Satelliten, Reflexionen – Amateurfunkkontakte ins All“ statt und ich werde euch von den Themen, welche die Jugendarbeit betreffen, berichten.

Continue reading “HAM RADIO 2015”

K-Klasse, Update vom Amateurfunk-Gesetz und so weiter…

“K-Klasse”

Wenn die neue “K-Klasse” kommt, dann wäre ich sehr erfreut. Die aktuell niedrigste Klasse E ist für einen Einsteiger zu schaffen, aber eine kleinere Klasse wäre doch wünschenswert. Insbesondere in AGs von Schulen ist es einfach nicht schaffbar, den ganzen Stoff in 45min. in ein paar Wochen im Jahr zu schaffen. Und es gibt interessierte Schüler, die gerne die Lizenz machen würden, denen die Klasse E ein wenig zu viel ist. Meiner Meinung nach sollte die “K-Klasse” folgende Punkte erfüllen:

  • Frequenzbereiche
    • UKW
    • die Hamnet-Bereiche 2,4 GHz und 5 GHz
    • kein Kurzwelle oder nur stark eingeschränkt
  • Betriebsparameter
    • max. 10W EIRP
    • Selbstbau muss erhalten bleiben
      • Es gibt das Argument, dass jemand der eine stark vereinfachte Prüfung absolviert nicht in der Lage wäre einen Sender aufzubauen. Erstens kann das nicht jeder, der die Klasse A hat und zweitens kann man auch mal jemanden fragen.
  • Prüfung
    • Die Technik sollte stark auf das wesentliche reduziert werden.
    • Bei der Betriebstechnik sollten überflüssige Fragen, beispielsweise mit Bezug zur Kurzwelle, weggelassen werden
    • Bei der Gesetzeskunde kann eventuell auch einiges wegfallen. Die max. 10W führen dazu, dass keine Selbsterklärung mehr notwendig ist. Die entsprechenden Fragen können wegfallen.

Änderungen beim Amateurfunkgesetz und so…

Zur Zeit gibt es Gespräche vom Runden Tisch Amateurfunk (RTA) mit dem Bundes-Verkehrsministeriums (BMVI) über die Änderung des Amateurfunkgesetzes.

Einige der besprochenen Punkte:

  • Funkamateure prüfen Leute, die es werden wollen (ähnlich wie in den USA)
  • Möglichkeit zur Verfolgung von Fehlverhalten durch Funkamateure
  • Reform der Gebührentatbestände mit dem Ziel der ausgewogeneren Verteilung von Gebühren für einzelne Verwaltungsakte
  • Interessant wäre auch, wenn die Rufzeichen durch die Funkamateure verwaltet würden

Die Prüfung durch Funkamateure und die Verwaltung durch ebendiese können der Verwaltung riesige Summen sparen und wären somit eine klassische Win-Win-Situation, da dann keine hohen Gebühren mehr anfallen würden.

In den USA läuft das mit der Prüfung so:

  1.  Ein Funkamateur lässt sich als “Volunteer Examiner” akkreditieren. Dazu wird ein OpenBook-Review gemacht. Dabei handelt es sich um einen Fragebogen zu dem Prüferhandbuch. (Die Akkreditierung habe ich erhalten, ich bin also Prüfer.)
  2. Für eine Prüfung sind mindestens drei Prüfer notwendig
  3. Alle Prüfer müssen bei dem gleichen “Volunteer Examiner Coordinator” akkrditiert sein.
  4. Prüfungen kosten etwa 15$ und man kann es sofort noch einmal versuchen, wenn man möchte.

Diese Ausführung ist nur sehr grob. Das alles ist noch ein bisschen komplexer.

 

Wie ist eure Meinung?

Amateur Radio in Germany – statistics

Hi there,

I have asked the Bundesnetzagentur (Federal Network Agency) for some statistics.

You can see the number of licensees decreasing from 2012 to 2014, but the number of examination increasing.
That’s because the old amateurs die and there are not enough young amateurs to keep constant the number of radio amateurs.

You can see that the number of training call signs (needed in Germany to let non-hams transmit) increasing. A few have learned, that it is important to get (and preserve) the youth. 🙂

Have fun with it! 🙂

(Please note that it is in German, but there are only a few words. With help of Google Translate you’ll be able to understand it.)

TeilnehmerzahlenimAFuD2012

TeilnehmerzahlenimAFuD2013

TeilnehmerzahlenimAFuD2014

Hamnet over VPN with OpenWRT-Router

ENGLISH VERSION BELOW

Ich wollte unbedingt ins Hamnet. Komfortabel per WLAN mit all meinen Geräten. Also habe ich meinen Router mit OpenWRT so eingerichtet, dass er sich mit dem VPN verbindet. Denn eine HF-Verbindung habe ich leider nicht.

Allerdings gibt es dabei noch ein paar Sachen zu beachten.

Ich werde jetzt nicht auf das einrichten einer VPN-Verbindung eingehen, sondern nur darauf, was speziell für das Hamnet notwendig ist. Für das einrichten einer VPN-Verbindung gibt es genug Anleitungen. (Aber ppp-mod-pptp muss installiert sein.)

Nachdem das VPN eingerichtet wurde, muss erst einmal die Firewall Zone geändert werden. Stelle sie z.b. auf “HamnetVPN”. Dazu gibst du bei unspecified -or- create: einfach “HamnetVPN” ein. Danach muss in der Config-Datei /etc/config/network die Zeile option auth 'pap' hinzugefügt werden, denn die Verbindung wird unverschlüsselt aufgebaut. OpenWRT versucht standarmäßig das verschlüsselte CHAP zu nutzen. Am einfachsten kann die Datei mit nano editiert werden. Falls noch nicht installiert, wird das mit opkg update gefolgt von opkg install nano getan.

Die Firewall-Zone "HamnetVPN".
Die Firewall-Zone “HamnetVPN”.

Die Datei öffnen wir nun mit nano /etc/config/network und fügen die Zeile hinzu. Danach sollte unser Eintrag so aussehen:

 

config interface ‘hamnet’
option proto ‘pptp’
option server ‘ruhrlink.dyndns.org’
option password ‘q<$djre9sk#)2zTB’
option auth ‘pap’
option username ‘dc7ia’
option defaultroute ‘0’

Natürlich ist das Passwort nicht echt! 😉

(Die Reihenfolge der Optionen ist egal.)

Wir speicern mit Strg+O und schließen mit Strg+X.

Anschließend müssen wir die Datei /etc/ppp/options.pptp editieren. Dort fügen wir nomppe hinzu. Die Datei sieht dann so ähnlich wie diese aus:

noipdefault
noauth
nobsdcomp
nodeflate
idle 0
# mppe required,no40,no56,stateless
maxfail 0
refuse-chap
nomppe

Die Zeile, welche mit mppe beginnt, muss wie oben mit dem # auskommentiert werden. Dann speichern wir und starten den Router neu. Jetzt müsste man unter Interfaces sehen, dass das VPN eine 44.*-IP-Adresse bekommen hat:

Das Hamnet-VPN ist erfolgreich verbunden.
Das Hamnet-VPN ist erfolgreich verbunden.

Anschließend muss noch die statische Route gesetzt werden:

Die statische Route unter OpenWRT eingerichtet für das 44.0.0.0/8 Netz.
Die statische Route unter OpenWRT eingerichtet für das 44.0.0.0/8 Netz.

Diese statische Route bewirkt, dass die Pakete fürs Hamnet auch dahin kommen, und nicht ins Internet geschickt werden. Dies machen wir unter Network -> Static Routes.

Jetzt sollte dein Router dir das Hamnet über WLAN und LAN zur Verfügung stellen. 🙂

Denke aber daran, dass du deine VPN vor unbefugter Nutzung schützen musst. Dein WLAN sollte verschlüsselt sein.

Vielen Dank an Florian, DF2ET. Er hat mir gut geholfen. So doll, dass es nun funktioniert. 🙂

ENGLISH

(Hint: Ask for the VPN vpn@ruhrlink.org )

I really wanted to use Hamnet. Comfortable via Wi-Fi with all my devices. So I have set up my router with OpenWRT so that it connects to the VPN automatically. I can’t use RF because I don’t see the repeater.

However, there’s still a few things to note.

I will not go into detail how to set up a VPN connection, but only to what is specifically required for the Hamnet. For setting up a VPN connection there is enough instructions online. (But make sure you have ppp-mod-pptp muss installed.)

After the VPN was set up once the firewall zone needs to be changed. For example, set it to “HamnetVPN”. Just type in field unspecified -or- create: the name of the firewall zone, for example “HamnetVPN”. Then you have to change the Config-file /etc/config/network and add line option auth 'pap', because we neeed an unencrypted connection. OpenWRT tries to use encrypted CHAP as default. The easiest way to edit this file is to use nano. If not installed yet that can be done with opkg update and opkg install nano.

The firewall zone & quot; & quot ;. HamnetVPN The code firewall zone “HamnetVPN”.

We open the file using nano /etc/config/network and add the line. Then our entry should look like this:

 config interface ‘Hamnet’
option proto ‘pptp’
server option ‘ruhrlink.dyndns.org’
option password ‘q<$djre9sk#)2zTB’
auth option ‘pap’
option username ‘dc7ia’
option default route ‘0’

Of course is it not my real password! 😉

(The order of options does not matter.)

We save with Ctrl + O and end with Ctrl + X .

Then we need to edit the file /etc/ppp/options.pptp . There we add nomppe . The file will look something like this:

noipdefault
noauth
nobsdcomp
nodeflate
idle 0
# Mppe required, no40, no56, stateless
maxfail 0
refuse-chap
nomppe

The line beginning with mppe must be commented out as above with the # . Then we save and restart the router. Now would you see at menu point "interfaces" that the VPN has a 44.* IP address.

 

The Hamnet -VPN is connected successfully. The code Hamnet VPN is connected successfully.

 

The static route must be set:

The code static route set up under OpenWRT for the 44.0.0.0/8 network.

 

This static route causes packets for Hamnet also to get to, and not be sent to the Internet. We do this under Network – & gt; Static Routes.

Now your router you should give you Hamnet access via WLAN and LAN. 🙂

But remember that you need to protect your VPN from unauthorized use. Your WLAN should be encrypted.

Thanks to Florian, DF2ET. He helped me well. So great that it works now. 🙂

Wege zur Remote-Station – I: Nur ein Proxyserver

Ein Gast-Artikel von Michael Renner, DD0UL.Urlaubs-QTH in FrankreichDiese kleine Artikelserie beschreibt den Aufbau einer Remotestation. Die Gedanken, die Fortschritte und Rückschläge die es dabei gibt. Derzeit (November 2014) läuft noch nicht viel. Bis zum Frühjahr 2015 will ich aber QRV sein – oder wenigstens fast.

Wie alles (wieder) begann

Das Leben mitten in München hat viel zu bieten. An Antennenmöglichkeiten mangelt es jedoch. Das störte mich bis 2008 nicht weiter. Amateurfunk war für mich ein Hobby von gestern. Ich machte in den 80-ern SSB und ATV auf UKW, Packet Radio in den 90-ern. Aber irgendwann wurden andere Themen für mich wichtig.

2006 kam der Amateurfunk zurück in mein Leben. Ich fuhr, inzwischen verheiratet, zusammen mit meiner Frau wie jeden Sommer in unserer Ferienhaus im Beaujolais. Internet hatten wir damals dort noch nicht, für die langen Abende waren DVDs im Gepäck. Doch leider wollte der DVD-Player nicht funktionieren.  Tagsüber hatten wir viel am Haus zu tun, für die Abende fand ich drei (!) deutschsprachige Bücher in der Bibliothek: Die Dokterarbeit meines Schwiegervaters, die Weissagungen des Nostradamus und einen Bildband von M. C. Escher. Das war der Augenblick, an dem ich mir wünschte im Urlaub QRV zu sein. Über die Jahre baute ich meine Amateurfunkaktivitäten dort aus. Inzwischen kann ich nicht mehr jammern: mit 100 Watt, mit einer 12m hohen inverted-Vee von 80-10m QRV. Aber eben nur wenige Wochem im Jahr. So reifte der Entschluss, via Internet auf ein dauerhaft aufgebaute Station am Urlaubs-QTH dort zugreifen zu können.

Praktische Überlegungen

Wir haben in München 16 MBit DSL, in Frankreich aus Kostenüberlegungen heraus nur 6 MBit. Das reicht auf jeden Fall für einen Sprachkanal und noch einiges mehr. Was mir schnell klar war: die Station soll nach und nach aufgebaut werden um die Möglichkeiten auszuloten. Er wäre leicht das TS480 dort hin zu stellen und einen PC dazu der alles steuert. Aber wie kalt mag es für die Remotestation im Winter unter dem Dach werden, wie heiss im Sommer? Läuft ein Schaltnetzteil ein Jahr lang durch? Was passiert, wenn beispielsweise der PC einfriert, während fldigi oder qsstv gerade ein Signal sendet? Wie wird der PC auf Stromausfälle oder Spannungsschwankungen reagieren? Gerade auf dem Land wackeln die 230V häufig – vor allem im Winter, den es wird viel mit Strom geheizt. Auch wenn das Haus etwas abseits vom Dorf steht möchte ich mit einer derart auffälligen Antenne wie meiner Sperrkreisantenne keine Aufmerksamkeit erregen – für den Augenblick muss ein Drähtchen unter dem Dach reichen.

Aus all diesen Erwägungen heraus fahre ich zweiglesig: In München werden Geräte aufgebaut uns getestet, in Frankreich muss sich das dann bewähren. Die ersten Schritte sind schon gemacht.

Nur ein Proxy

Raspberry Pi unter dem Dach | CC BY 3.0 Michael RennerDer Raspberry Pi ist ein kleiner preisgünstiger Rechner in Scheckkartengrösse. Mit seiner Hilfe versuche ich die ersten Fragen zu beantworten: Die Zuverlässigkeit des Internets, die Frage nach den Temperaturen unter dem Dach und die Stabilität des ganzen. Denn den grössten Horror bereitet mir die Vorstellung, dass die Remotestation plötzlich nicht mehr erreichbar ist – und ich nicht weiss in welchem Zustand sie sich befindet. Deswegen liegt jetzt ein Raspberry Pi unter dem Dach und läuft vor sich hin. Der eingebaute Watchdog sollte den Rechner rebooten falls etwas schief geht, darüber hinaus gibt es jeden Sonntag einen Reboot. Die Verbindung an das DSL geschieht via WLAN, der Zugriff auf den Raspberry Pi selbst via OpenVPN. Die ganze Konstruktion wird mit den üblichen Monitoringprogrammen Munin und Nagios überwacht. Damit der Raspberry Pi nicht nur sinnlos Energie verheizt ist ein Proxyserver installiert. Der ist für Bewohner Deutschlands sehr praktisch, um via Youtube Musikvideos zu schauen. Wegen der GEMA-Sperre ist das oft nicht möglich, kommt der Zugriff aus Frankreich gibt es diese Probleme zum Glück nicht!

Meanwhile in Munich

Wichtiger als die Fragestellung “wie will ich senden” ist mir das Thema Betriebssicherheit. Im Augenblick gibt es die Überlegung gleich 2 kleine Rechner unter das Dach zu stellen. Die sollten über unabhängige OpenVPN-Verbindungen verfügen und sich über eine RS232-Verbindung gegenseitig kontrollieren und ggf. resetten können. Ein vom Internet unabhängiger Resetschalter könnte auch nützlich sein – beispielsweise in Form eines GSM-Moduls mit SIM-Karte das man anrufen kann um einen Reboot auszulösen.

  • Rechner 1: Monitoring
    • Temperatur
    • SWR kontrollieren
    • 12V Netzteil ein/aus incl. Totmannschaltung
  • Rechner 2: Remote-Station (z.B. Mini-ITX)
    • Soundkarte zum Funkgerät
    • Software wie fldigi, wspr oder qsstv
    • Graphische Benutzeroberfläche (X11)v

Die nächsten Schritte sind klar: Eine schaltbare Steckdose für das 12 Volt Netzteil muss gebaut werden. Und ein SWR-Meter, das die gemessenen Spannungen an einen analog-digital-Wandler am Raspberry Pi zur Berechung oder graphischen Anzeige gibt.

Beim TRX schwanke ich. Soll im Frühjahr erst einmal ein Raspberry Pi als WSPR-Bake mit 10mW laufen, oder besser gleich ein Softrock Radio zusammen mit einem kleinen Intel-Board und einer guten Soundkarte? Oder eine Zwischenlösung aus einem kleinen PSK31-Sender und dem Intel-Board? Das sind Überlegungen, die bis zum 2. Teil dieser kleinen Artikelserien gereift sein werden.